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Über uns

Bund der Selbständigen Handwerker- und Gewerbeverein Erbach 1722 e. V.: Wir schaffen Vernetzungen!

Der Bund der Selbständigen Handwerker- und Gewerbeverein Erbach 1722 e. V. ist der Zusammenschluss der Selbständigen in 89155 Erbach  Unser Ziel ist es, die berufspolitischen Interessen des selbständigen Mittelstandes vor Ort und der Region zu fördern.

Unser Netzwerk basiert auf Ehrenamtlichkeit.

Wir engagieren uns bei den Themen:

  • Gewerbe- und Leistungsschauen
  • Lokale Geschäftskontakte
  • Mitbestimmung bei kommunalpolitischen Entwicklungen
  • Gegenseitige Unterstützung vor Ort
  • Geselligkeit und persönliche Freundschaften
  • Standort-Marketing

Wir sind Mitglied im Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e.V. , dem mitgliederstärksten Branchen übergreifende bundesweit tätige Wirtschaftsverband Baden-Württembergs mit ca. 20.000 Unternehmerinnen und Unternehmer. Angefangen vom Freiberufler über den kleineren Betrieb bis hin zum größeren Unternehmen - egal ob aus traditionellen Handels- und Handwerksbranchen oder dem IT- oder Sensorik-, oder Hightech-Umfeld - alle vereinen sich unter dem Dach des Bundes der Selbständigen.   Unser dichtes Netzwerk schafft nicht nur wichtige Geschäftskontakte unter einander (globales Denken und lokales Handeln), sondern trägt dazu bei, unsere Ziele zu verwirklichen. Wir, die Mittelständler an der Basis, sind zugleich der Nährboden für das Handeln unseres Landesverbandes in Stuttgart und unseres Bundesverbandes in Berlin.

Historie

Von der communen Zunftlade  „Erbachische Zunfft“  über Sterbeverein und Handwerker- und Gewerbeverein Erbach-Donaurieden  zum Bund der Selbständigen Handwerker- und Gewerbeverein Erbach 1722 e. V.


Bis aus Wien musste die Antwort kommen: Sieben Erbacher Handwerker, darunter ein Bierbrauer, ein Küfer und ein Metzger, hatten 1722 ein Gesuch an die Regierung gesandt, eine „Zunfft allhier auf- und einzurichten". Erbach, ein idyllisches Städtchen zwischen Donau und dem Südrand der Schwäbischen Alb, war nach niederbayerischer Herrschaft 1492 an die Habsburger verkauft worden und wurde erst unter Napoleon 1810 württembergisch.


Um eine Zunft zu gründen, musste man in der fernen Hauptstadt um Erlaubnis fragen.   Aus Wien kam dann tatsächlich der positive Bescheid vom k.u.k. Kanzler Ambrosius Berghofer, der „Handwerksmeisterschaft zu Erbach an der Donau in Vorderösterreich allergnädigst concessio zu erteilen, eine eigene commune Zunftlade aufzurichten". Die „Handwerksmeisterschaft zu Erbach" wurde so zu einer der ersten offenen Zunft in Deutschland. Bis dato waren es reine Meisterzünfte eines Berufsstandes.  Noch im selben Jahr vereinte sie 45 Handwerksmeister. In guten Jahren gab es bis zu 90 Mitglieder, darunter auch Auswärtige aus Augsburg, Straßburg und sogar aus der Schweiz. Wer aufgenommen werden wollte, musste sich mit neun Gulden einkaufen, was heute in etwa 720 Euro entsprechen würde.   Heute zählt der „älteste“ deutsche Gewerbeverband nahezu 150 aktive Mitglieder, und sein aktuelles Ziel ist dem ursprünglichen ähnlich - nur zeitgemäßer ausgedrückt: „Förderung  des Gewerbe- und Kaufplatzes Erbach, Geschäftskontakte aufbauen und pflegen. die Weiterentwicklung der Stadt vorantreiben und für die Zukunft fit machen.  Im  Jahr 2012 hat der Verein zum siebzehnten Mal mit der Arbeitsagentur und den Kammern die Ausbildungsplatzbörse „Richtig bewerben, aber wie?" durchgeführt: „Die Lehrer klagen, dass die Schüler ihnen ihre Ratschläge nicht mehr abnehmen".  Ein Maurer etwa habe eine Bewerbung erhalten, bei dem die vorige Adresse - eine Stahlbaufirma - nur durchgestrichen war und dann die neue Anschrift daneben geschrieben wurde. Mit Vorträgen will man beim richtigen Bewerben helfen und mit der Azubibörse Kontakte zwischen Schüler und Betrieb herstellen. In der Vereinsarbeit insgesamt gebe es auch eine Neuerung: Die Arbeiten werden jetzt in Fach- und Organisationsgruppen erledigt. Die Innenstadtoffensive, wird neben anderen guten Projekten,  eine der Hauptaufgaben des Vereines in nächster Zeit sein, so Thomas Knöpfle, erster Vorsitzender des BDS Erbach. Unter dem 7. März 1751 findet sich in den Akten der Verbandsgeschichte eine Bestrafung, für die sich der Verband heute nicht mehr zuständig fühlt: Müllergeselle Conradt Krammer hatte sich „gegenüber dem anderen Geschlecht vergangen" und wurde mit 30 Kreuzern bestraft – er wurde trotzdem „ledig gesprochen". Allerdings nicht von seiner Ehefrau, sondern aus seiner Lehrstelle vor der Meisterschaft und der Zunftlade. Strafen oder Rechtsprechen ist heute die Aufgabe von Anderen, trotzdem werden auch heute im Verein „Werte“ als Grundlage für die Mitgliedschaft als Selbständiger gesehen.  Etwa  100  Jahre später entstand aus der Erbacher Handwerkerzunft ein Handwerker­ Sterbeverein. Da der Staat in dieser Zeit immer mehr Funktionen an sich zog, führte man für den offiziell verbotenen Handwerkerverein zwischendurch diesem Namen. So genannte Sterbevereine existieren heute noch vereinzelt und kümmern sich um finanzielle Hilfen für die Hinterbliebenen. Die jüngste Namensänderung war dagegen weniger spektakulär: Vor Jahren wollte man durch die Umbenennung in „Bund der Selbständigen Handwerker- und Gewerbeverein Erbach 1722 e.V." mehr Freiberufler ansprechen.


Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die bisher unruhigste und schwierigste Zeit für den Verein. Neben zehn Jahren Krieg (zwei Weltkriege) brachten auch die politischen Veränderungen immer wieder Störungen: Zusammenbruch der Weltwirtschaft, die Inflationszeit, der Arbeiteraufstand, sozialistische und nationalistische Strömungen. 1933 verboten die Nazis dann die Freiheit der Handwerker- und Gewerbevereine. Auch der Gewerbeverband Erbach wurde nach Anpassungen und Umbenennen, angehalten, sich aufzulösen und den Vereinsbesitz abzuführen was mit Sitzung vom 8. Oktober 1934 beschlossen wurde. Da die finanzielle Lage des Vereins hervorragend war, veranstaltete man ein schönes Fest und verprasste das Guthaben bis auf einen kleinen Rest, den man an die Behörden abführte. Die Unterlagen und Dokumente des Vereins wurden sicher verstaut.  Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Selbständigen wieder untereinander Kontakt aufgenommen, um die „alte“ Tradition fortzusetzen und die verordnete Zwangsauflösung zu reaktivieren. Nach Gesprächen unter Handwerkern hat man auf den 15. November 1952 eingeladen, es erschienen 32 Selbständige und alle Anwesenden bestätigten ihre Mitgliedschaft. Eine vorläufige Wahl zur Vorstandschaft wurde abgehalten, welche dann für den 7. Dezember 1952 eine ordentliche Generalversammlung ansetzte die die Wiederbelebung des vorigen Handwerkervereines bestätigte und der weitere Mitglieder beitraten und der Handwerker u. Gewerbe Verein  Erbach-Donaurieden konnte mit 60 Mitgliedern getrost in die Zukunft blicken. Weitere Höhepunkte waren die 250-Jahrfeier (1972) und 275-Jahrfeier (1997), welche jeweils auf Schloss Erbach mit einem Festakt ihren Höhepunkt fand. Die Jubiläumsjahre wurden jeweils mit Leistungsschauen ergänzt, welche in den Zwischenzeiten einen festen Platz zur Präsentation der Erbacher Leistungskraft haben.   Somit schließt sich der Kreis seit der Gründung der Marckh–Erbachischen-Zunfft wieder, damals wie heute ist es ein Ziel sich gemeinsam Märkte in nah und fern zu erschließen, sich auszutauschen, Erbach, inzwischen zur Stadt erhoben, zu stärken.

275 Jahre Tradition & Fortschritt, unsere Festzeitschrift erschienen im Jubiläumsjahr 1997 mit Textauszügen aus unseren umfangreichen, originalen Vereinsunterlagen seit der Gründung im Jahre 1722 können sie gerne über unser Kontaktformular anfordern. 

Im Jahre 2022 feiern wir unser 300jähriges Vereinsjubiläum.